Samstag, 26. November 2016

Mirror

Dein Mirror kennt dich besser als du selbst.
Er tut alles, um dich glücklich zu machen.
Ob du willst oder nicht.


Wie digitale Spiegelbilder wissen Mirrors stets, was ihre Besitzer wollen, fühlen, brauchen. Sie steuern subtil das Verhalten der Menschen und sorgen dafür, dass jeder sich wohlfühlt. Als die Journalistin Freya bemerkt, dass sich ihr Mirror merkwürdig verhält, beginnt sie sich zu fragen, welche Macht diese Geräte haben. Dann lernt sie den autistischen Andy kennen und entdeckt, dass sich die Mirrors immer mehr in das Leben ihrer Besitzer einmischen – auch gegen deren Willen.
Als sie mit ihrem Wissen an die Öffentlichkeit geht, hat das unabsehbare Folgen … Q

Karl Olsberg, Aufbau Verlag, Einzelband
400 Seiten, 75 Kapitel, Broschur, Thriller
ISBN: 978-3-7466-3234-6, 12,99€, Kaufen, Leseprobe


Karl Olsberg

promovierte über Anwendungen Künstlicher Intelligenz. Er war Unternehmensberater, Marketingdirektor eines TV-Senders, Geschäftsführer und erfolgreicher Gründer mehrerer Start-ups. Heute arbeitet er als Schriftsteller und Unternehmer und lebt mit seiner Familie in Hamburg. Bislang erschienen im Aufbau Taschenbuch seine Thriller „Das System“, „Der Duft“, „Schwarzer Regen“, „Glanz“ sowie „Die achte Offenbarung“. Q
Mehr vom und zum Autor unter: www.karlolsberg.de


Meine Meinung:

Dieses Buch ist mir mehr oder weniger nur nebenbei mit in den Briefkasten gerutscht. Es war nicht der Hauptbeweggrund für meine Email an den Aufbau Verlag, doch jetzt bin ich unheimlich froh, dass ich es ebenfalls angefragt habe. Dieses Buch war nicht ganz das, was ich erwartet hatte, hat mich jedoch auch nicht enttäuscht. Das MirrorNet, was man schon fast als einen der Protagonisten in diesem Buch bezeichnen könnte, ist ein Netzwerk aller zigtausenden Mirrors auf dieser Welt, die dafür zuständig sind, ihren Besitzern ihr Leben zu erleichtern und ihnen Hinweise und Ratschläge zu geben. Eine geradezu geniale Erfindung, vor allem für Blinde oder auch Autisten, denen ihr Mirror hilft, Gesichtsausdrücke oder ähnliches zu verstehen. Doch was, wenn wir uns völlig auf unseren Mirror verlassen und dieser nicht wirklich in unserem Sinne handelt?

"Hast du auch einen Mirror?", fragte sie.
"Das sieht man doch", sagte er.
Sie veränderte das Gesicht.
"Enttäuschung", erklärte sein Mirror. "entschuldige dich bei ihr!"
"Was?", fragte Andy.
"Was?", fragte das Mädchen.
"Entschuldige", sagte Andy.
"Du hast Asperger", stellte das Mädchen fest.
Er war einen Moment sprachlos. "Woher weißt du das?"
"Mein Mirror hat es mir gesagt", erklärte sie. "Leute mit Asperger sagen manchmal komische Sachen."
- Viktoria und Andy, S.57

Eine äußerst interessante Frage, die vielen noch recht Sience-Fiction-mäßig erscheint, aber erst gestern bin ich durch den Media Markt gelaufen und habe festgestellt, dass es mit dem Mirror und der MirrorWelt gar nicht so weit hergeholt ist. Wir müssen sicher nicht gleich morgen mit einer Invasion unserer Computer rechnen, aber stellt euch doch einfach mal die einfache Frage: Was könnt ihr mittlerweile eigentlich nicht mehr ohne euer Smartphone tun? Oder zumindest, wofür verwendet ihr es, was euch ohne dieses Gerät mittlerweile unmöglich wäre?

"Nicht unbedingt. Ein neuronales Netz lernt selbstständig und entwickelt eigene Strategien, um Ziele zu erfüllen. Alles, was es dazu braucht, sind Daten und eine Funktion, die es verbessern soll - zum Beispiel die Zufriedenheit der Nutzer. Dann probiert es selbstständig Dinge aus, und wenn es merkt, dass der Nutzer das gut findet, optimiert er weiter in diese Richtung. Das Problem ist, dass hinterher niemand mehr weiß, wie das System genau arbeitet."
- Linus, S.245

Aus der Sicht von fünf völlig verschiedenen Charakteren tauchen wir in die Welt der Mirrors ein, nicht alle haben die gleiche Einstellung zu ihnen. Carl Poulson ist einer der beiden Erschaffer der neuronalen Mirror Technik, Jack scheinbar ein kleinkrimineller Schwarzer (nicht meine Worte). Andy ist autistisch veranlagt und Lukas um ehrlich zu sein ziemlich dumm. Freya hingegen ist eine äußerst intelligente Journalistin, der die Veränderungen und eigenartigen Verhaltensweisen des Mirrors mit zuerst auffallen und die dem MirrorNet daraufhin den Kampf anssagt. Was jedoch unerwartete Folgen nach sich zieht...

"Das heißt, dass MirrorNet beeinflusst das Leben von hundert Millionen Menschen, und niemand weiß, wie und warum?"
"Exakt. Also, wie gesagt, lass die Finger davon."
- Freya und Linus, S.245

Dieses Buch ließ sich wirklich unheimlich schnell und dank der PapeGo App auch unterwegs auf dem Handy lesen, was für mich wirklich ein riesiger Vorteil war. Die Charaktere waren alle sehr verschieden und dabei doch sehr authentisch und meine Meinungen über sie haben sich stark verändert, was ich sehr mochte. Charaktere, mit denen ich anfangs noch Mitleid hatte, haben sich schließlich als diesem nicht würdig erwiesen und anderen bin ich immer näher gekommen. Ihre Geschichten haben mich mitgerissen, vor allem, da sie zu Beginn noch so selbstständig wirken, aber schlussendlich ein großes Ganzes bilden. Das Einzige, was mich vielleicht ein winziges bisschen enttäuscht hat, ist, dass ich mir die Thrilleraspekte dieses Buches noch etwas packender vorgestellt hätte. Ich blieb einige Male mit offenem Mund sitzen, geschockt von den Geschehnissen, aber ich hatte noch etwas mehr erwartet.


Fazit:

Ein dystopisch angehauchter Thriller, der jedoch gar nicht so weit in der Zukunft spielt. Tolle Charaktere, die einem die Geschichte aus ganz verschiedenen Perspektiven näher bringen und eine mitnehmen in die intelligente und gleichzeitig furchteinflößende Welt der Mirrors.

Herzlichen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Aufbau Verlag!


Außerdem...

Willkommen in der schönen neuen Welt der Mirrors! Die Nachfolger der Smartphones kennen dich besser als jeder andere, wissen besser als du selbst, was du brauchst. Sie beschützen dich vor Gefahren, optimieren deinen Job, deine Liebe, dein Leben. Ob du willst oder nicht ...
Fünf miteinander verwobene Geschichten – in einer Welt, in der wir schon bald leben werden – vom Bestseller-Autor Karl Olsberg.

Kostenlos auf der Verlagsseite zum Herunterladen.




Liebe Grüße, eure Sophia

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